Und wie schnell es geht. Jetzt nicht das alljährliche Älterwerden zum Frühlingsbeginn – sondern vielmehr das alljährliche Erwachen des frischen Grüns in den Alpen. Gestern noch über den viel zu späten, viel zu unnötigen Wintereinbruch gejammert, heute schon bei Plus 20 Grad in der Sonne – und noch viel wichtiger im Grünen. Die Kraft der Natur schießt aus dem Boden, schmückt die gerade noch so tristen Bäume, lässt die Frühlingsgefühle erwachen. Nicht nur die am Besten bekannten, sondern hier und jetzt die Zweitschönsten. Die lukkulischen Genüsse zu Beginn des neuen Jahreszeitenkarussells.

Wie jedes Jahr müssen wir uns zuerst bei den Wintergemüsen bedanken. Sie haben uns mehr als nur sehr brav, sehr schmackhaft und vor allem sehr gesund über die kalte Jahreszeit gebracht. Aber wenn dann das erste Grün des Jahres greif-, noch besser, beißbar ist, ja dann haben Sellerie, Karotte, Pastinake und dergleichen einfach ihre Schuldigkeit getan. Es war schön mit Euch in den letzten Wochen und Monaten, aber jetzt ist es dann wirklich an der Zeit, dass mit Kresse, Vogerlsalat, Bärlauch und Spinat das wiederaufleben der kulinarischen Vielfalt zelebriert wird. Da werden sogar die überzeugtesten Fleischgourmands wieder zu Kleinkindern und freuen sich narrisch über ein gutes Schwarzbrot, mit guter Bauernbutter und zur perfekten Krönung des Genusses frisch geschnittenem Schnittlauch aus dem eigenen Garten. Lechz.

Damit bei weitem nicht genug. Bald folgen mit den frischen Radieschen, dem ersten Bergspargel, der neuen Vielfalt des Kräuterbeets die weiteren geschmacklichen Frühlingsboten. Jede Sonnenstunde mehr, jeder frische Regenschauer mehr versorgt uns Genießer – und auch Gärtner – mit neuer Pflanzenenergie. Ob als erfrischende Vor- oder Hauptspeise. Ob als junge Beilage zu Fleisch und Fisch. Oder auch ganz anders, als perfekte Nahrung für unsere Viecher. Weil auch für unsere Kühe, Hendl, Schweine, Schafe, Fohlen usw. heißt es unisono: Der Winter ist vorbei. Ab ins Freie, ab auf die grüne Wiese. Mahlzeit.