Ganz können die Kinder früherer Jahre den neuen halbvirtuellen Sammeltrieb nicht verstehen. Wobei es ist ja super, wenn die Jungen und Junggebliebenen draußen ummadumhirschen um irgendwelche Sachen zu suchen. Nur bitteschön warum nichts g’scheites, sprich was zum Essen. Schon mal von einem bunten Pixelmonster satt geworden? Eben. Deswegen welch Überraschung: die Wilden der Wilderin sind auch brave Sucher, aber noch viel lieber Sammler. Schwammerlsammler.

Ist doch seit dem Ausklingen des Frühlings eines klar. Zeigt sich die Kombination aus Sonne, Wärme und auch genügend Nässe von oben – dann, ja dann ist Schwammerlzeit. Raus aus den Federn, ab in den Wald und Augen auf. Wobei es heuer ja alles andere als wirklich schwierig ist: Schon mit Beginn der Saison zeigt sich der Waldboden an mehr oder weniger jeder Ecke von Feldern, wirklichen Feldern von Eierschwammerln bedeckt. Ergo weniger Suchen sondern vielmehr Klauben, Klauben und Klauben und dann natürlich Putzen, Putzen und nochmals Putzen. Alles nur wegen einem Grund. Dem immens überwältigendem lukkulischen Genuss von frischen, knackigen Eierschwammerln auf der Zunge.

Wobei. Ganz so stimmt das nicht, dass nur das Essen der Genuss des ganzen Prozederes wäre. Nehmen wir mal das – dann unter dem Strich doch ein wenig mühsame und zumeist nur mit einem frischem, kühlem Hellen erträgliche – Putzen weg ist doch das Schwammerlklauben einfach unbeschreiblich. Ab in den dampfenden Wald. Dem Urinstinkt des Sammelns nachgehend. Immer ein Auge auf die ersten Pilze der Saison werfend. Glückshormonausschank beim entdecken der Beute. Und am wichtigsten: Man kennt seine Pilze, man kennt seine Schwammerl, man geht Jahr für Jahr gute, schmackhafte Freunde besuchen und freut sich, wenn sie anzutreffen sind. „Go in den Wald“