An alle Ungläubigen in den Bergen: Unsere Gmiasbauern haben Recht, es ist wirklich alles drei Wochen früher heuer. Moment: Jetzt ist mal sicher nicht die klassische Nordkettenanzuckerung zum Sommerstart gemeint, sondern viel mehr die alpine Vegetation – und somit natürlich auch die Schwammerl. Ja, sie sind schon da. Zwar noch ein wenig schüchtern und verhalten, aber die neben Reh und Hirsch schönsten Geschöpfe des Waldes zeigen sich heuer früher. Und somit gehen die Wilden gerne in den Wald um zu klauben, zu putzen, zu verkochen und zu genießen…

So geht es auch rund um die Schwammerl zu. Der Sommerbeginn gibt uns erstmals dieses Jahr auch die Fülle an Möglichkeiten. Waren Winter und Frühling immer von der Saison geprägt, ist die beginnende warme Jahreszeit schon ein kulinarisches Füllhorn. Weil einerseits das Angebot an Gemüse, Obst, Beeren – und eben Schwammerln – schon eine immense Vielfalt erreicht. Weil fast tagtäglich etwas Neues dazu kommt. Weil sogar der „wild union garden“ mehr an Ertrag abwirft als gedacht. Und weil wir die Schätze des Frühjahrs nicht nur verkocht, sondern auch eingekocht haben und somit auch auf die zurückgreifen können.

Wobei die Vielfalt zu Sommerbeginn erst einmal in der Botanik zu finden ist – im Stall herrscht hingegen eher die Leere. Eben weil die Viecher schon auf die Alm geschickt worden sind – oder zumindest zuerst in den Wald und sie die kommenden Monate somit schwer für uns zu greifen sind. Zumindest die Großen. Aber auch hier wurde brav vorgesorgt (ein Dank an unseren Angus-Ochsen Samuel) und noch dazu bringt die warme Jahreszeit das kleine Getier hervor: Hendl & Wachteln wachsen im Sommer besser als in der kalten Jahreszeit, Meister Lampe ebenso und als sehr humane Einkäufer gönnen wir unserer Fischerlady Susi Huber und Familie dann doch eher sommerliche Einsätze am Starnberger See als Wind von vorne und minus 17 Grad.