Der Herbst. Die Marmite unter den Jahreszeiten – love it, or hate it. Hier paaren sich die wildromantischen Pastellfarben der Blätter mit den imposanten Fernsichten und schier unvergleichlichen Sonnenuntergängen. Dort zeigen sich tristgraue Regenwolken, die die wieder einmal ungewohnte Kälte in jede Faser des Körpers einziehen lässt mit immer kürzer werdendem Tageslicht und der alljährlichen Suche nach dem Schuh-Imprägnierspray. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Wird jedoch auch noch die lukkulische Variable mit in die Rechnung genommen, muss man die herbstliche Jahreszeit einfach mögen. Weil? Einfach weil es die perfekte Jahreszeit ist, eines der absoluten Lieblingsgerichte der Wilderin auf den Tisch zu bringen: Die Lungenstrudelsuppe. Zugegeben, nicht das kochtechnisch raffinierteste Gericht. Zugegeben, nicht das bei Mann und Maus beliebteste Gericht. Zugegeben, nicht die neueste Kreation am Küchenhimmel. Aber unter dem Strich dennoch eines der spannendsten Gerichte des Jahres.

Zum einen dürfen die wunderbaren Knochen und Abschnitte der im Sommer auf der Alm gereiften Rindern zu einer vor Kraft strotzenden Suppe verkocht werden. Die Knochen, ein paar Fleischabschnitte, ein bissl ein Gemüse, Gewürze, Wasser, a bissl Zeit und voila: Eine Suppe, die schon ohne die geringste Einlage wohlig wärmt, Kraft gibt. Eine Suppe, die dann doch ein bissl konträr zu all dem Pulver-Fertig-Instant-Klumpat steht.

Zum anderen ist es mit der reinen Suppe noch nicht getan. Wie schon Generationen und Generationen vor unserer Zeit gibt es kein „minderwertiges Fleisch“ sondern alles kann mit den passenden Rezepten, mit ein wenig Kochlust in Perfektion verwertet werden. Das Rindslungerl wird gekocht, faschiert, abgeschmeckt, in einen feinen Studelteig eingerollt, gebacken und als Einlage für das vorher genannte Supperl herbeigezogen (außer die Anschnitte halt, die gehören in alter Familientradition einfach so genascht). So schmeckt der Herbst, so gefällt der Herbst.