Die ersten Blätter färben sich bunt, die Abende werden kühler, die luftigen Sachen gerne mal mit einem Sicherheitsjackerl gepaart und dunkel wird es auch schon wieder mal früher – auch der schönste Sommer neigt sich mal zum Ende. Ohne jedoch seine großen Schätze für uns parat zu haben. Schwer zu erraten, hier und wir sprechen da vor allem von seinen immensen kulinarischen Schätzen, die der Sommer im Übergang zum Spätsommer in greifbare Nähe bringt.

Zum Ersten sind das natürlich noch immer unsere ach so lieb gewonnenen Schwammerl. Auch wenn das heurige Jahr schwammerltechnisch so und so war – die Eierschwammerl begeisterten, die Pilze ließen und lassen ab und an doch ein bissl auf sich warten – sind die Früchte des Waldes für unsereins immer wieder eine Freude: Zuerst gibt‘s Bewegung für die müden Knochen, dann die Freude des Findens, dann die Ruhe beim Putzen auf dem sonnengefluteten Bankerl und zum krönenden Abschluss die Verführung des Gaumens. Jahr für Jahr sind die Schwammerl und Pilze wieder einer der absoluten Höhepunkte des kulinarischen Kalenders. Aber es geht weiter.

Zum Zweiten haben die Sonnenstrahlen in diesem Jahr wirklich brav gearbeitet und im Unterschied zum letzten Regensommer die Garten- und Feldfrüchte in all ihrer Pracht reifen lassen: Paradeiser, Zucchini, Melanzani, Fenchel, Paprika, Knoblauch und was weiß ich noch auf der Gemüseseite; Basilikum, Estragon, Salbei, Rosmarin, Pimpernelle, Schnittknoblauch, Oregano, Thymian und was weiß ich noch auf der Kräuterseite. Heuer war ein perfektes Gartenjahr – einzig dem Mais war es ein wenig zu trocken, aber es sei ihm im Lichte der sonst gegebenen Fülle verziehen. Somit können wir in der Küche aus dem vollen greifen – saisonale Vielfalt zelebrieren wie auch brav für den Winter einkochen, damit auch in der kalten Jahreszeit sommerliche Pflanzengrüße auf den Teller gebracht werden können. Doch das Beste kommt erst.

Zum Dritten und zum für so manche Allerbesten hat der Sommer auch unsere Viecher brav wachsen lassen. Von den Flusskrebsen, die sich im Spätsommer in Saalbach fangen lassen über die nun von den Almen herunterwandernden Rinder, Schweine & Fohlen bis hin zu den am Ausgang der warmen Jahreszeit zu schlagenden Sulmtaler-Hendl – geduldig mussten, durften wir die nun wieder einmal beginnende Almabtriebssaison erwarten. Geduldig müssen, dürfen wir uns auf deren Ankunft in der Küche, am Teller, am Gaumen und im Magen freuen.