Heuer ist es natürlich allen viel, viel, viel zu nass. Letztes Jahr war es allen viel zu trocken und heiß. Das Jahr davor war es zu wechselhaft zwischen den Extremen. Und das Jahr davor gab‘s sicher auch einiges zu meckern. Well, was soll‘s? Das Wetter ist das Wetter und ob wir wollen oder nicht, werden wir es auch so schnell nicht ändern können.

Was bleibt ist, die Vorzüge des jeweiligen Wetters möglichst umfassend zu nutzen – und sei es „nur“ kulinarisch. Bestes Beispiel: Die Schwammerl im Walde. Einen Tag heiß, einen Tag schwül, einen Tag nass – und wieder von vorne. Es gibt wohl kein besseres Wetter für die kleinsten Gaumenfreuden aus dem Wald: Ergo ist heuer ein perfektes Schwammerljahr. Dass im gleichen Gegenzug die Salatbauern zu Recht jammern ist ja verständlich, weil eben Schwammerlwetter perfektes Schwammerlwetter und nicht perfektes Salatwetter ist. Und dieses zeitgleiche Gewinnen und Verlieren zieht sich quer durch die Kulinarik: Die Tomaten mögen noch überhaupt nicht, dafür sind die Bohnen und Gurken in voller Pracht. Der Basilikum meckert über das viele Nass, der Estragon genießt die regelmäßigen Duschen von oben. Also bleibt und: Genießen wir was es gibt, und was es nicht gibt… Wird‘s sicher auch mal wieder geben.

Unbeeindruckt von den Wetterkapriolen hingegen unsere Viecher. Diese genießen derzeit noch ihren Aufenthalt auf den heimischen Almen und sind – soweit wir wissen – auch ganz lieb zu den Wanderern und ihren Hunden. Mit Mitte September jedoch beginnt so langsam der Almabtrieb für unsere Sprinzen, Tuxer, Haflinger und Almschweinderl und peu a peu werden wir diese grandiosen Botschafter heimischer Landwirtschaft in die Wilderin holen. Aber erst nach der – sicher nochmals richtig schönen – zweiten Sommerhälfte.