Barhocker können wir. Lampen auch.

Zeit wäre in den Monaten des Lockdowns ja genug gewesen, für unsere neue, alte Decke noch ein paar Jahrhunderte länger in den Lampen-Onlineshops dieser Welt nach irgendwelchen Industriestücken zu suchen, aber unser Schäfchen hatte dann doch anderes im Sinn.
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Auftritt Hannes Kisslinger, seines Zeichens Glasbläser in Rattenberg: Ergo sitzen jetzt nicht nur die Unikate auf unseren Plätzen, servieren wir nicht nur die lukkulischen Unikate auf unseren Tellern sondern hängen unsere mundgeblasenen Unikate von der Decke.
 
What else
 
Frage zwar nicht wie viele „Herausforderungen“ uns bei dem Projekt nahezu zum Verzweifeln gebracht haben, aber schau an, schau an: Irgendwie haben wir es – ok, Dank immenser Hilfe von unzähligen wahren Experten und noch mehr selbsternannten Experten – dann doch noch geschafft.
 
Merci an alle, wir lieben Euch.

Wir backen unser eigenes Küchlein. Immer.

Ja, so ein Schokoküchlein ist trotz der Zucker-Überdosis über die Feiertage immer was Feines. Aber wir Wilden wollen einfach immer noch mehr. Jetzt nicht mehr Zucker, sondern mehr Steilheit, immer mehr Regionalität und noch viel mehr kulinarisches Erbe der Alpen.
 


Tiroler Edle Schokolade vom werten Hansjörg hamma seit Anbeginn in Arbeit.
Bio-Mehl von der Familie Glatzl in Haiming ebenso.
Wanderhenneneier vom Oberländerhof auch schon seit Urzeiten.
Und jetzt kommt noch Mohn von der lieben Sandra von Sandl’s Hof Manufaktur dazu.

Einfach nur steil. Und nicht nur irgendein Mohn.

Oben in Lans wird der Osttiroler Graumohn – eine alte, alpine Sorte – Dank Zusammenarbeit mit der Tiroler Samen-Genbank reaktiviert, angebaut, geerntet – von unseren Küchenjungs gequetscht, verarbeitet und verkocht um von Euch verschmaust zu werden.

Nuff said.

#bussi #wirliebeneuch#kulinarischeserbederalpen #ytftlme
 

Trinke Gutes und tue Gutes dabei

Jedes Jahr, wenn die Zeit für unser Charity-Dinner gekommen ist, haben ist der wilde Weinkeller bereits gefüllt worden. Von wem? Eh klar von wem.
 
Unsere mit mehreren Lichtjahren Abstand steilsten, geilsten und feinsten Winzer der Galaxie, des Universums und auch dessen Paralellen versorgen unsere Charitydinner nicht nur seit Jahren mit den phänomenalsten Rebsäften, sondern tun das in einer Brillanz, dass wir uns leider nicht mehr an jeden einzelnen erinnern können. Warum wohl…
Aber jetzt mal in aller Kürze ein Rückblick auf die abartigen Schätze vom Charitydinner im März 2022.
 
 
Mit Zähneknirschen muss die steirische Seele in uns Zugeben, dass der Wösch von der werten Elisabeth Rücker vom Weingut Rücker „Elisabeth“ ein solch ein atemberaubendes Teil ist, dass uns heute noch die Ohren schlackern und die Zunge schnalzt par der Erinnerung. #grosseskino
 
Ein 09er Malbec vom Kraft aus Rust. Ein 09er Malbec vom Kraft aus Rust! Ja wirklich: Ein 09er Malbec vom Kraft aus Rust. Hardigatti: Ein 09er Malbec vom Kraft aus Rust. #oida Chris – tausend malbecischen Dank und ohne Blödsinn wirklich ewige Anerkennung dafür. #grossestennis
 
Der Christian Kirnbauer vom Weingut Christian Kirnbauer verführt, verzückt unsere Damen und ja auch Herren in der Wilderin mit seinem frechen, fruchtigen, frischen Sauvignon Blanc. Also hat er sich gedackt: Niente Kollegen, bei der Charity gibt es mit dem Seevelt eine ordentliche Portion Tannine auf die Zunge. #ladiesandgents
 
Dem Roland Steindorfer vom Weingut Steindorfer müssen wir ein bissl schimpfen: In seinen Golden Cut Magnums waren sichtlich mehrere Löcher in den Flaschen – anders können wir es uns nicht erklären, dass die so schnell geleert waren. #dopplerdeluxe
 
Wir kennen ja all unsere Winzer persönlich – aber selbst da steht das Weingut Ziniel mit Elisabeth und Alfred, mit Andi und Wolfgang einfach nochmals heraus – seit dem ersten Tage der Wilderin süffeln wir ihre Rebschätze, unter anderem den Zeta, den der ein oder andere ja schon mal genossen hat. Wahrlich keine Überraschung, dass eine geöffnete Magnumflasche Zeta dann keine wirklich lange Lebensdauer in den Hallen der Wilderin hat. #family
 
Der liebe Alfred vom Weingut Kogler war mal so frisch, frech, feinstens steirisch am Weg, dass der den Damen und Herren des wilden Abends ein hochverführerisches Roséchen vom Zweigelt eingeschenkt hat. Da kannst einfach nicht wiederstehen. #flüssigetinderalternative
 
Der liebe Alois vom Weingut Gollenz hat sich mal gedacht, das kann ich auch. Aber wir überlassen der Jugend lieber das verspielt verführerische und ziehen unser Gegenüber lieber mit einem wohlig gut gereiftem und in Perfektion zum Amuse passenden Sauvignon Blanc auf unsere Seite. #perfectmatch
 
Ein wildes Fest ohne den Crémant von Domaine BOTT FRÈRES ist einfach undenkbar. Unablässlich für’s gemeinsame Anstoßen, perfekt um ein die Stimmung über den Abend hochzuhalten und nicht wegzudenken bei den Mimosen am Folgetag. Merci beacoup Monsieur Louis-Pierre Laroche für den stets so zuverlässigen Nachschub.
 
Zion. 2010. Magnum. Doppelmagnum. Weingut Ernst. nuff said. #fetzgeil #derwildestederwildenwinzer #bussibaby #ourman
 
Die liebe Petra Buchinger und der liebe Jakob Buchinger haben sich gedacht, sie fördern unsere Charitiy nicht nur brav, sondern fordern unsere Gaume und die grauen Zellen ebenso. Sylvaner. Sina Glossa. Alte Schätze. Boom. Boom. Boom. #booooooooom
 
Unser Artur Toifl ist einfach unser Artur. Egal welchen Blödsinn wir in der Wilderin so anstellen, er und sein Weingut Thiery-Weber schickt uns immer sein „Kleines Schwarzes“ in vielfältigster Ausführung und Anzahl vorbei. So verführerisch. So elegant. So unvergleichlich bezaubernd. So imposant. So unvergesslich. #diggesdankefüralles
 
Zu guter letzt übergeben wir unser Wort an unseren JFS: „Leo, mein allerliebster Leo Uibel: Merci für all die Weine – aber was Du uns da mit Deinem Chardonnay 2012 End des Berges Reserve vom Weinhof Uibel für eine fetzgeile, bäm-bäm-bäm Engelspisse in die dafür eigentlich unwürdigen Hallen der Wilderin geschickt hast ist für uns noch immer nicht zu fassen. Ich mein, Deine alten Weissen liebe, verehre und zelebriere ich seit mir der Bernhard Ernst beim Weinfest 2018 einen GV End des Berges 2008 einfach aus der Hand gerissen hat und mit der ganzen Flasche egomanisch hoch zehn davon gelaufen ist… Aber dieses Teil setzt ja nochmals einen drauf. Da gibt’s von mir, von uns einfach nur #standigovations dafür… Aja lieber Bernhard Ernst: kannste kniggen, dass wir Dir davon auch nur den kleinsten Koster übrig gelassen haben – dieses Perlmutt ist einzig und allein unsere Kehlen samtseidig runtergeronnen. Aber zumindest haben wir bei jedem dieser hochgenüsslichen Schlückchen an Dich gedacht… #rachefür2018
 
Ok, ein bißchen länger als gedacht – aber in vino veritas lockert halt die zunge.
Wir liegen Euch alle. Danke. Danke. Danke für’s mitcharitysieren.

grauviehkuh | liesl | 16 jahre alt | christine schranz – strengen am arlberg

Wir sind jetzt mal ein bissl präpotent. Und unserer Ansicht nach zu Recht.
 
Also kommt wieder mal ein bissl Text auf Euch zu. Ist ja aber auch nix Neues…
 
Los geht’s:
Am 2. Februar 2017 haben wir die Liesl das erste Mal kennen gelernt.
 
Gerade in einer Zeit, als wir mit unseren alten Kühen angefangen haben.
 
Natürlich haben wir die Christine – die die Liesl über zehn Jahre bei ihr im Stall, aber vor allem auf der Weide und auf der Alm gehegt hat – gefragt ob die schon etwas ältere Dame nicht was für uns wäre.
 
Niente hat die Christine gemeint.
 
Die ist zu gut, die gibt noch zu gute Kälber.
 
Aber wir sind dran geblieben.
 
Jedes Jahr haben wir sie gefragt, wenn wir ein Kalb bei der Christine genommen haben, oder ein Schweindl.
 
Fast schon lästig. Und mal für mal sind wir vertröstet worden. Immer wieder: Niente.
 
Bis heuer.
 
Weil die Liesl keine Kälber mehr gibt.
 
Und weil die Christine in ihrem kleinen Stall nur drei Kühe Platz hat, hat sie sich sehr schweren Herzens von ihrer Liesl trennen müssen.
 
So haben wir der Christine mit vollstem Herzen und tiefster Überzeugung gesagt, dass wir die Liesl mit allergrößter Hochachtung und Verantwortung verarbeiten werden.
 
Von A bis Z.
 
Weil wir das eh immer bei unseren Viechern tun.
 
Aus vollstem Herzen und tiefster Überzeugung.
 
Bei der Liesl aber halt dann doch noch ein bissl mehr.
 
Immerhin ist sie Ende März 16 Jahre alt geworden – genau da, als die Wilderin 10 Jahre alt geworden ist.
 
Oder wäre sie geworden, die Liesl.
 
Anfang März haben wir sie zum Bernd gebracht.
 
Die ersten 30 Tage ist sie beim Bernd in Fliess im Schlachthaus ausgekühlt, abgehangen und gut gereift.
 
Dann hat er sie zerteilt, verpackt und wir haben sie zu uns geholt.
 
Und die Liesl gefällt uns schon mal sehr. Vom Filet reden wir da gar nicht. Vielmehr vom Grat, dem weissen Scherzerl, den Koteletts, der Nuss und dem Kronfleisch. Oder den Knochen und der Lunge, den g’stutzten Rippen und der Huft.
 
Und natürlich den Backerln.
 
So schaut das übrigens aus, wenn Wareneingangskontrolle zur träumerischen Philosophiererei wird, was denn aus all den 342 Kilo Schlachtgewicht so feinstes zubereitet werden kann.
 
Und werden wird.
 
Das wird schön. Sehr schön.
 
Und dann haben wir noch was besonderes entdeckt. Der Bernd hat mit seinen Jungs auch Tomahawks geschnitten.
Genau 7 Stück.
 
Wie er das geschafft hat, nicht Sechse oder Achte zu schneiden wissen wir noch immer nicht. Müss ma ihn mal fragen und hoffen, dass wir ihn mit seinem harten Oberlandgerede einigermaßen verstehen.
 
Also 7 Tomahawks von der Liesl. Von unserer Liesl.
 
 
Irgendwas zwischen einskommaeins und einskommavier Kilo.
 
Am Knochen.
 
Respekt.
 
Jetzt kommt, was kommt – und wer uns kennt, kann schon ungefähr erahnen, was das kommen könnte.
 
Natürlich verkaufen wir diese sieben Stück einzigartigstem Fleisch nicht an die Erstbesten, die glauben, sie brauchen einfach nur einen Batzen Euronen auf den Tisch legen und schon würden sie eins davon bekommen. Oder gar Zwei weil sie sich denken: Was kostet die Welt und wir haben es ja, und wenn da kein Gold drauf is, kann’s ja eh nix besonderes sein.
 
Niente sagen wir da.
 
Aber sowas von Niente!
 
Diese sieben Stück sind reserviert.
 
Für all jene, die sich der Liesl sogar ein bissl würdig erweisen.
 
Sich nicht nur auf ein Steak freuen, sondern sich bewusst sind, dass das was anderes ist, als man sonst so gegrillt bekommt.
 
All jene, die wissen und spüren, dass dieses Fleisch anders ist.
 
Anders im Geschmack.
Anders in der Textur.
Anders von der Herkunft.
Anders im Preis.
Anders vom Alter.
Anders im Fett.
Anders von der Hingabe.
Anders am Gaumen.
 
Und anders in der Seele.
Weil wir der Liesl – und somit auch der Christine – Respekt zollen. Nicht wollen, sondern tun.
 
 
Weil wir können’s halt nur so.
 
//präpotenz aus//

Wilde Mitgschaftlerinnen und -er

Wir suchen mal wieder. Nicht Küche, nicht alte Kühe (ok, die gehen immer) und auch nicht die Antwort auf Alles – sondern vielmehr tatkräftige Unterstützung im wilden Service.

Wen suchen wir. Natürlich Dich, quasi die eierlegende Wollmilchsau. Auf der einen Seite bringst Du das handwerkliche Service aber sowas von locker-leicht – und natürlich in monkischem Wilderinnen-Style – ans Tageslicht. Auf der anderen Seite fällt es unseren Gästen nicht mal ansatzweise auf, wie gut und umsichtig Du Dein Handwerk erledigst – und hast somit mehr als genug Zeit über die wilde Philosophie, unseren doch ein wenig verrückten Zugang auf reinste, brutal saisonale, brutal regionale und somit brutal ehrliche alpine Kulinarik an die Frau, den Mann und gern auch die Kinder zu bringen…

Woher kommst Du? Ist uns sowas von völlig egal. Ob vom höchsten Kirchdorf der Alpen (für’s Protokoll, in Österreich wäre es Obergurgel auf 1913 Metern Seehöhe, generell wäre es Juf im Kanton Graubünden auf 2126 Metern Seehöhe) oder aus der ostösterreichischen, norddeutschen oder was wissen wir für einer Tiefebene. Naja, in Deutsch solltest halt nicht auf den Mund gefallen sein, Englisch darf mehr als das yellow from the egg sein und alles andere an fremden Spachen ist ja schon fast Streberei…

Warum suchen wir jetzt Teil- bzw. sogar Vollzeit? Wir werden halt doch schon alt. Seit nunmehr gut 10 Jahren arbeitet die Wilderin ausschließlich mit kulinarischen Feinheiten, die sie direkt bei den Produzenten im Alpenraum besorgt. Wir kennen unsere Viecher, die von A bis Z in der wilden Küche verarbeitet werden. Wir kennen die Gemüsefelder unserer Bauern und wissen ganz genau was gerade Saison hat und was sicherlich nicht. Wir kennen und vor allem schätzen die hohe Kunst des kulinarischen Handwerkes, das für eine brutal regionale, brutal saisonale Küche an den Tag gelegt werden darf. Und dieses Wissen kann man nur immens schwer unter die Menschheit bringen, wenn es nur ein mitwerkelnder Einsatz pro Woche ist – da darf es gerne mehr sein. Und ein neuer, arbeitsintensiver Blödsinn fallt uns immer ein. 

Was solltest Du mitbringen? Die Basics. Haha, der war gut. Also Sneakers, Shirt und Hose zum wohlfühlen und brav laufen. Dann eben das nötige handwerkliche Rüstzeug um volle Teller an und leere Brotkörberl vom Tisch zu bringen, fast ausgetrunkene Gläser in einer Präzision wieder aufzufüllen und dreckige Kerzenständer zu leeren. Und nicht zu vergessen das Wichtigste: Eine Persönlichkeit, die nicht nur die geniale Freude am wilden Service genießen, sondern vielmehr noch unsere Gäste und Freunde auf die tagtägliche kulinarische Hochschaubahn der alpinen Kulinarik in der Wilderin mitnehmen kann. 

Wann gehts los? Ab sofort und des bitte für ein Zeitl. Starten können wir jederezeit, wir sind bereit. Was uns wichtig ist, ist dass Du Dir das Werkeln bei uns für ein bissl mehr als zwei, drei Monate vorstellen kannst. Denn um unseren Hau einigermaßen verstehen zu können, alleine schon die „logische“ Glaslordnung unseres JFS zu kapieren und nachzuvollziehen, kann es ein, zwei Monate dauern. Und dann kommt noch all das Wissen über die grandiose Vielfalt unserer Produzenten, ihre Höfer, ihre Viecher, ihre Felder und ihre Produkte mehr und mehr dazu. 

Und dieses Wissen über die genaue Herkunft all unserer Produkte und die Weitergabe desselben ist es ja, was den wilden Service so richtig auszeichnet. 

Wir freuen uns sakrisch auf Dich, auf ein persönliches Kennenlernen. Am Besten bei einem Gläschen an der Bar oder auch via info@diewilderin.at. Na Oisdann…

die Wilden der Wilderin

Claudia Kogler

Unser Schäfchen im Pelz einer Comandante hält die Wilden der Wilderin mit ganz viel Zuckerbrot, aber auch dem ein oder anderen Wink mit der Peitsche zusammen – wobei wenn Zweiteres eintritt, haben wir es ja auch wirklich fix verdient. Und zu 99,9 Prozent periodisch steht ja Ersteres an der Tagesordnung und so geht unsere Claudia nicht nur immer einen Schritt voraus, sondern garniert diese Extrameile stets mit der perfekten Kombination aus charmanter Altstadtwirtin und junggebliebener Revoluzzerin, mit leidenschaftlicher Gourmandaura und sowas von blöden Gerede – ihre, wenn sie grad nicht selbst singt, grandiose musikalische Ader nicht zu vergessen. Gäbe es sie nicht, müssten wir sie auf jeden Fall erfinden. #bussi #gs #lah

Christoph Zingerle

Unser Co-Chefkoche hat als waschechter Innsbrucker seine Sporen in den Häusern und auch Almen der Stadt verdient und schwingt nun seit nunmehr gefühlten x-Jahren in der Wilderin seine Kochlöffel. Als nach außen hin emotionalere unserer beiden Küchenscheffes darf man sich bei unserem Christoph nicht nur minuten- sondern meist monatelangen Urlaubserzählungen hingeben sondern – das ist dann doch, zumindest kulinarisch, verführender – auch vor, während oder nach seines wilden Schaffens über alles nur Erdenkliche aus dem kulinarischen Universum philosophieren. Und nach dem philosophieren kommt ja noch sein Werkeln in der wilden Küche und da steht am Schluss eh sein: molto intenso e cremoso. #stoffl #foodpoet #fulltaste

Michael Kogler

Unser Jäger-Fischer-Sammler ist ja nicht nur vor Ort der mit der großen Klappe, sondern auch derjenige, der in der virtuellen Welt frech in die Tasten klopft. Also muss er jetzt mal aufpassen, weil eben „Eigenlob…“ und so weiter. Also ganz ehrlich: Als Jäger ist unser Jäger eine Vorgabe, eine absolute. Als Fischer ist er zwar hochmotiviert, aber fast ganz so erfolgreich (sic!) wie als Jäger – und falls er doch einen Glückstreffer am Wasser landet, hat seine kleine Familie da halt auch ein Vorkaufsrecht. Aber als Sammler darf er nicht nur mit Schwammerl und Pilzen (zumindest fast so viel wie unsere Comandante) prahlen, sondern auch bei all unseren grandiosen Produzenten vor Ort wildern gehen. Dass er wenigstens etwas kann. #esheißtfischennichtfangen #joeh

Farewell my old friends

Meine Lieben. Wahrlich, es fällt mir nicht leicht Euch diese Zeilen zu schreiben – aber es ist an der Zeit loslassen zu können. Wehmütig erinnere ich mich auch jetzt noch nur allzu gerne an unser Kennenlernen. An den ersten Kontakt auf meinen Lippen, die Vielfalt der Genüsse, die schönen Stunden, den tiefen Schlaf. Ihr ward, ihr seid noch immer eine Herzensangelegenheit. Aber… Ja leider: Aber…

Aber wir sind uns ein bißchen fremd geworden. Ich gestehe es ist wohl vor allem auch mein Fehler, ich will und kann mich hier nicht ändern. Ihr seid in die große, weite Welt hinausgegangen. Neue Freunde, neue Bekannte, neue Verehrer – es ist ja nicht mal ansatzweise etwas dagegen zu sagen, dass Ihr mehr wollt als nur meinen und die überschaubare Anzahl der wilden Gaumen zu umschmeicheln. Ihr wollt nach Rom und Tokio, nach Rio und nach Singapur, nach Las Vegas und Shanghai. Ich bin mit Innsbruck, der Altstadt, der Seilergasse zufrieden. Sehr sogar.

Pfiat Di lieber Sipsmith, pfiat Di lieber Monkey…

Ich verstehe dass Euch mein lieber Sipsmith, mein lieber Monkey. Euch können Eure neuen Freunde von Jim Beam und Pernot-Riccard mehr bieten als die paar Gin-Tonic-Verrückten in den winzigen Hallen der Wilderin. Ich gönne Euch den Glanz und den Glamour von all den hippen neuen Locations – Ihr könnt Euch hier Eure neuen Träume, Wünsche und Hoffnungen erfüllen. Ich bin Euch über Euren neuen Schritt nicht böse.

Also seid mir auch nicht böse wenn es auch an der Zeit für mich ist, weiter zu ziehen. Lebt Eure Träume in der weiten Welt aus, aber schaut mit bitte nicht schief an, wenn ich Euch völlig ziehen lasse. Ihr braucht mich nicht mehr. Ich Euch auch nicht. Geht Ihr nach Rom und Tokio – ich finde Neues in Dölsach und Fritzens, in Wien und Mayrhofen. Einem Herrn Jim Beam ist es egal ob er mit seiner neuen Errungenschaft Sipsmith auf unserer hochprozentigen Bar steht oder nicht. Den Herrschaften von Pernot-Riccard ist es schnuppe ob wir Ihnen im Jahr ein paar Flaschen Monkey 47 abkaufen oder nicht. Der Familie Kuenz, der Kalê-Grazienrunde und den Talschnaps-Bauern nicht. Die freuen sich über jedes einzelne Fläschchen, dass wir hier gemeinsam verzwicken.

Lebt wohl meine Freunde. Wehmut ist vorhanden, Wermuth auch. Aber die Trauer werde ich nicht mißgünstig verbringen – ich werde mich auch meinen neuen Freunden widmen. Nicht mit Eurem Glamour, aber mit meiner, mit unserer Freude an dem Speziellem. Dem Außergewöhnlichem. Dem Hochprozentigen. Eben dem Einzigartigen von den kleinen Brennern. Bussi, Baba und foids net!

#oldisalwaysbetter

Pia. Genesis. Die Entdeckung des Neuen. Die Entdeckung des Alten. Des Alters. Zugegeben nicht unsere Idee, aber eine verdammt gute. Eine zum Nachahmen. Vor Jahren schon geisterten die ersten Nachrichtenfetzen über die Spanier durchs kulinarische Universum. Diese, jene Spanier, die nicht nur auf junges Fleisch und weltweite Modefleischtrends setzen – sondern im Gegenteil, ihre eigenen, ihre alten Kühe in lukkulischen Ehren halten. Sie über Jahre und fast Jahrzehnte hegen und pflegen und Ihnen auch nach ihrem Kuhdasein einen würdigen Abgang bereiten.

Alte Kühe. Können wir in Tirol auch. Wetten?

Natürlich war es wieder mal unser Werner Bangratz, unser Grauviehbauer mit all seinen grenzgenialen Grauviechern in Imst-Gunglgrün, der uns beim Wiedererlernen von altem Wissen, Können und Geschmack hilfreich zur Seite stand.

Ob er denn nicht mal eine alte Kuh schlachten lassen würde? Sicherlich!

Ob wir von der nicht mal ein paar Kilo kosten können? Geht nicht!

Weil? Weil er die zu einem Spottpreis im Ganzen zu einem der großen Fleischhöfe bringen muss! Leider!

Ob wir eine halbe haben möchten? Zu was. Probieren wir doch gleich eine Ganze!

Sicher? Fix – zur Not machen wir halt alles zum Burger.

Pia die Kuh und Pia, unsere Pia.

Zugegeben wir hatten keine Ahnung was uns erwartet. Aber der liebe Werner hatte eine wunderbare zwölfjährige Pia, der liebe Thomas hatte Lust und Laune am langen Reifen der werten Pia und wir hatten aber was für eine Freude beim verschmausen der grandiosen Pia. Eine neue Leidenschaft war, ist geboren. Seitdem die zwölfjährige Pia gut gereift den Weg auf unsere Teller gefunden hatte waren auch noch die liebe Gudrun und die liebe Mali dran. Und auch in Zukunft werden wir von den alten Stücken nicht lassen: Die werte Barbara ist schon fix reserviert und die Lisl ist vorgemerkt.

Warum? Einfach weil alte Kühe wirklicher Fleischgenuss sind. Zum Ersten haben sie dem Bauern über zweistellige Jahre viel Freude und Arbeit, viele Kälber und Milch beschert. Zum Zweiten sind sie über die Jahre artgerecht aufgewachsen, mit ebensolchem Futter und Leben – ergo bieten sie Geschmack, den ein junges Stück nie und nimmer in seinem Fleisch ansammeln kann. Und zum Dritten ist es aber so was von irrwitzig sinnlos, dieses grandiose Stück Tier zum Ramschpreis an die großen Schlachthöfe zu verschenken, damit sich der ein oder andere Fast-Food-Konzern quasi fast zum Nulltarif damit rühmen kann, dass er „Fleisch aus Österreich“ in seine glutamatverseuchten Burger knallt. Nicht mit uns. Fix!

Denn eine alte Kuh eignet sich bei weitem nicht nur für den Burger. Zwar für den auch, aber jeder einzelne Fleisch-Schnitt ist ein Hochgenuss. Vom geschmorten Fleisch über das kurz gebratene bis hin zum simpelsten Carpaccio aller Zeiten – dem rein glatt gestriffenem.

Alte Kühe können wir in Tirol auch. Und wer weiß, vielleicht werden in Zukunft Geschichten über das eigenbrödlerische Bergvolk rund um den Inn erzählt, die nicht jedem fleischigen Modetrend hinterherhecheln, sondern ihre ehrwürdigen, ihre alten Kühe schätzen und wertschätzen. Ihr  langes Leben lang. Und vor allem auch ihren unnachahmlichen Geschmäcker danach.